Ja zur Pflegeinitiative am 28. November 2021!

Schon vor Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr war klar: das Gesundheitspersonal ist dauerhaft am Anschlag und kann und will so nicht weitermachen. Die prekären Arbeitsbedingungen gefährden vor allem aber auch die Qualität und Sicherheit der Pflege. Aktuell sind über 10’000 Stellen nicht besetzt und bis 2030 braucht es über 60’000 zusätzliche Pflegefachpersonen!

Damit sich dauerhaft etwas ändert, müssen sich Politik und Arbeitgeber gemeinsam in die richtige Richtung bewegen. Heute schieben sie sich stattdessen gegenseitig den Ball bzw. die Verantwortung zu, während fast die Hälfte des Personals frühzeitig wieder aus dem Job aussteigt, weil die Arbeitsbedingungen immer unerträglicher werden.

Wir unterstützen die Pflegeinitiative seit deren Lancierung 2017. Auch wenn die Initiative in erster Linie auf Verbesserungen für das diplomierte Pflegepersonal abzielt, ist sie ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Während der Gegenvorschlag des Parlaments auf temporäre Ausbildungsmassnahmen fokussiert, will die Pflegeinitiative auch die Arbeitsbedingungen verbessern. Aus diesem Grund hat sich der SBK entschieden, seine Initiative nicht zurückzuziehen.

Wir begrüssen dies und fordern genügend und gut ausgebildetes Personal (Personalschlüssel!) für sämtliche Berufsgruppen im Gesundheitsbereich, also etwa auch für Fachpersonen Gesundheit (FaGe), Assistent*innen Gesundheit (AGS), Hilfspflege*innen, Fachpersonen Betreuung (FaBe) in der Langzeitpflege und Laborpersonal.

Ohne gleichzeitige nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Löhne wird jedoch die bedenklich hohe Berufsausstiegsquote nicht sinken. Der Gesundheitszustand des Personals ist besorgniserregend, leider fehlt darüber trotz wiederholter entsprechender Forderungen jegliche systematische Dokumentierung darüber. Es ist gerade auch diese permanente Gefährdung der eigenen Gesundheit, die mit weiteren schlechten Arbeitsbedingungen zum Berufsausstieg führt.

Weitere dringend notwendige Massnahmen

  • Konsequente Einhaltung des Arbeitsgesetzes und korrekte Erfassung der Arbeitszeit (inkl. Umkleide- und Wegzeit): Der VPOD kämpft seit Jahren gegen die respektlose Praxis, die Umkleidezeit nicht oder nur ungenügend abzugelten.
  • Konsequente Einhaltung des Gesundheitsschutzes und Etablierung unabhängiger Arbeitsmediziner*innen in den Betrieben. Die Gesundheit des Gesundheitspersonals darf nicht länger aufs Spiel gesetzt werden.
  • Höhere Löhne ab dem ersten Tag der Ausbildung und mehr (finanzielle) Anerkennung von Zusatzqualifikationen und -funktionen.
  • Bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben: Bezahlbare Kinderbetreuung muss der Schichtarbeit Rechnung tragen, verbindliche Dienstpläne und deren Bekanntgabe sollten zwei Monate vor dem Arbeitseinsatz erfolgen.
  • Attraktive Wiedereinstiegsprogramme und Karrieremöglichkeiten sowie regelmässige Weiterbildungen
  • Volle Rente mit 60

VPOD Positionspapier zur Pflegeiniative

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10.09.2021Positionspapier VPOD zur PflegeinitiativePDF (107 kB)